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Simon Zöchbauer – Achad
feat. Koehne Quartett

Zoechbauer-achad

 

Aus welchen Quellen speist sich schöpferisches Handeln? Intuition? Erfahrung? Wo verorten sich Kreativität und Inspiration? Im Innen oder Außen?

Simon Zöchbauer stellt mit seinem Solo-Debütalbum als Komponist existenzielle Fragen in den Raum. Nach und nach entfaltet sich beim Hören ein vergeistigtes Heim vor dem inneren Auge, das Intimität und Spiritualität Platz bietet.

Nicht umsonst nennt sich das Album Achad – ein aus dem Hebräischen stammendes Wort, das Eins, Einheit oder Ganzheit ausdrückt. Oft entfaltet sich Erkenntnis ja erst in der Einheit des Moments, wie sie einem in der Meditation oder der musikalischen Improvisation begegnen kann – ein Augenblick, indem sich die Bezüglichkeit zwischen Gegenwart, Vergangenem und Zukünftigem offenbart.

Nicht verwunderlich also, dass Simon Zöchbauer in seiner bisherigen musikalischen Vergangenheit Fragen nach Identität und Zugehörigkeit umtrieben, er sich zunächst auf die Suche nach seinen musikalischen Wurzeln begab. Während seiner langjährigen Auseinandersetzung mit traditionellen Ausformungen des Musizierens und der daraus folgenden Gründung des mittlerweile international erfolgreichen Ensembles Federspiel, legte er als Trompeter, Zitherspieler und Komponist das Fundament für die ihm gegenwärtig zu Verfügung stehenden Spielräume, die sich nun weniger dem Vergangenem, als dem Werdenden öffnen. Einverständnis und Universalität stehen dabei mehr im Zentrum seiner Arbeit als die Konzentration auf das für sich Stehende.

Als Spielpartner holt sich Simon Zöchbauer nun das Koehne-Quartett zur Seite – ein Streichquartett, das im Bereich der zeitgenössischen Musik zu den führendsten Ensembles Europas zählt. Besonders am Herzen liegt den Ensemblemitgliedern der enge Schulterschluss mit Komponist*innen, um das Eindringen in die jeweils individuelle Tonsprache gewährleisten zu können. So liegt auch in der Zusammenarbeit mit Zöchbauer die musikalische Kraft im gegenseitigen Verstehen und in der Flexibilität des Klangkörpers.

Zweiter Wegbegleiter und Co-Produzent von Achad ist Sixtus Preiss – ein Soundtüftler, der die Gegenwart als Experimentierfeld seiner künstlerischen Fantasien maximal ausnutzt und sie unermüdlich auf ihre Grenzen hin abtastet.

In Achad sind die vielfältigen musikalischen Einflüsse Zöchbauer’s, wie die sakrale oder zeitgenössische Musik, aber auch volksmusikalische Anklänge stets hintergründig spürbar – im Vordergrund steht jedoch sein individueller und intuitiver Schaffensprozess. Achad ist deshalb als Ergebnis einer musikalischen Spurensuche nach Spiritualität und Zeitlichkeit zu verstehen – eine Suche, auf die wir uns nun selbst begeben können.

Laura Wösch

 

www.koehnequartett.com